Project Description

Wettbewerb Museum des 20 Jh. Kulturforum

Durch klare, wiedererkennbare Gestaltung und den Verzicht auf Unverwechselbares will das Museum des 20. Jahrhunderts nicht dominieren, sondern

– ergänzen,
– zusammenfügen,
– ordnen,
– orientieren
– und Raum schaffen (innen und außen)

Die Gestaltung folgt einem klaren Raster von 1.20 m (Mies v.d. Rohe) und schafft unter einem, von Stützen im Raster von 9.60 m getragenem Dach einen weitgehend transparenten Ausstellungsort für die Gegenwartskunst.
Durch die Lage entlang der Potsdamer Straße und unter Bezug auf die Raumkanten der neuen Nationalgalerie wird ein Ort geschaffen, der sich zur stark befahrenen Straße abgrenzt und nach innen ein neues Forum mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen lässt. Als zentraler Anlaufpunkt bietet das Forum nicht nur eine gute Orientierung für die bestehenden Kultur- und Architekturikonen, sondern ist als Ort der Besinnung, der Verarbeitung des Gesehenen, des Genusses der außerordentlichen Fülle der architektonischen und künstlerischen Darbietungen von besonderer Bedeutung. Dazu trägt auch wesentlich eine gegenüber dem Museumsneubau angeordnete neue Gestaltung der Fassaden mit einem neuen Kolonnadenportal als Zugang für die Museen Gemäldegalerie, Kupferstichkabinetts und des Kunstgewerbemuseum bei. Die Wiederholung der Kolonnaden des Museumsbaus an dieser Stelle ist dabei bewusst, als ordnende Maßnahme zu verstehen, schafft sie doch klare Raumzuordnungen für das neue Forum (Piazza) und die vorhandene Piazetta.
Der weitgehend transparente Baukörper, die Fassadengestaltung und die Gliederung durch die Kolonnaden schaffen Verbindung und Abgrenzung gleichermaßen. Der Eingang zum Museum ist demzufolge eine Verbindung zwischen der Potsdamer Straße und dem neuen Forum. Über ein großzügiges, mehrgeschossiges Foyer sind die jeweiligen Ausstellungsbereiche bequem zu erreichen. Die Museums- und Ausstellungsflächen werden durch einen beidseitigen Umgang erschlossen. Unterschiedliche Größen, Überlagerungen und Höhen schaffen eine spannende, erlebnisreiche Innenraumgestaltung. Die hohe Transparenz der Räume ermöglicht Ein- und Ausblicke und dadurch die Teilnahme am Geschehen an diesem besonderen Ort.

Auslober: Land Berlin
Verfasser: Prof. Dr- Ing. Holger Kühnel, Dipl.-Ing. Max Kaminski
Rang: 2.Rundgang
Zeitraum: 2016