Project Description

Kita am Murtzaner Ring

Das 3- geschossige Bestandsgebäude befindet sich in Berlin- Marzahn und wurde im Stützen- Riegel- System (Typ SK-Berlin) 1987 in Fertigteilbauweise errichtet. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude mehrfach umgebaut. Vorgesehen war die Nutzung des gesamten Gebäudes als Kindertagesstätte für ca. 160 Kinder mit Gruppenräumen, Kinderrestaurant, Bewegungsräumen und Außenflächen. Die Finanzierung erfolgte durch verschiedene Fördermaßnahmen. Obwohl zu Beginn der Maßnahme die Finanzierung der Gesamtmaßnahme nicht gesichert war, wurde von uns in Abstimmung mit dem Nutzer und dem Eigentümer ein Gesamtkonzept für die Kindertagesstätte entwickelt, welches im Laufe der folgenden 6 Jahre in 4 Bauabschnitten umgesetzt wurde.

Im 1. Bauabschnitt wurde ein kleiner Teilbereich zur Kita umgebaut, damit die Nutzung aufgenommen werden konnte. Alle weiteren Maßnahmen, wie die energetische Sanierung der Gebäudehülle und der Umbau des gesamten Innenraums erfolgte seitdem im Betrieb. Die Anzahl der Kitaplätze stieg somit je fertiggestelltem Bauabschnitt stetig an. Der Bestand spiegelte weder von innen noch von außen die Nutzung des Gebäudes als Kindertagesstätte wieder. Das Gebäude wurde im Innenbereich abschnittsweise entkernt und die Außenhülle in Gänze energetisch saniert. Die Fassadengestaltung und das Innenraumkonzept sind aufeinander abgestimmt. Farbige „Boxen“ und asymmetrisch versetzte Fensterreihen geben dem bislang monotonen Baukörper straßenseitig ein neues und spielerisches Aussehen, welches die Nutzung des Gebäudes als Kindertagesstätte nach Außen trägt und die nähere Umgebung dadurch aufwertet. Die Fassadenrhythmik wird durch das partielle Schließen der Fensteröffnungen und das Zusammenfassen der Fenster zu Fensterbändern mit orangenen Putzfeldern verstärkt. Durch das partielle Schließen der Fensteröffnungen auf der Nordseite werden die Wärmeverluste reduziert. Die Gebäudeecken an der Straße werden durch die „Boxen“ städtebaulich akzentuiert. Weiterhin werden die Eingänge zur Orientierung farblich hervorgehoben. Aufgrund der Statik wurden ansonsten keine zusätzlichen Öffnungen in den Fertigteilen hergestellt.

Das Innenraumkonzept nimmt die Leitidee der farbigen Boxen auf. Die Garderoben als zentrale Anlaufstellen werden als kleine, offene „Häuser“ (Haus im Haus) gestaltet mit Fenstern und Türen. Dadurch entstehen zum einen hilfreiche und interessante Blickbeziehungen vom Flur aus in die Gruppenräume und zum anderen werden die Öffnungen von den Kindern spielerisch genutzt, wie beispielsweise als Bühne für Puppentheater. Um die Identität des jeweiligen Gruppenbereichs zu stärken und die Orientierung zu vereinfachen, erhält jede Gruppe in den Geschossen eine eigene Farbe, die in einem Workshopverfahren mit dem Nutzer erarbeitet wurden. Sämtliche Mattenschränke etc. wurden als Einbauschränke im Bereich der Unterzüge eingebaut, sodass diese nun optisch nicht mehr wahrnehmbar sind. Die Räume sind dadurch flexibel nutzbar.
In den Obergeschossen wurden hauptsächlich Gruppenräume einschl. der dazugehörigen Sanitärbereiche hergestellt. Im Erdgeschoss befinden sich das Kinderrestaurant, Bewegungsräume, ein Krippenbereich und der Kinderwagenabstellraum.
Die offenen Grundrisse konnte nur in enger Zusammenarbeit mit dem Brandschutzsachverständigen umgesetzt werden. Es wurden Nutzungseinheiten bzw. Cluster gebildet, sodass auf notwendige Flure verzichtet werden konnte.
Das Projekt wurde in Gänze in 3D bearbeitet, was uns die Arbeit wesentlich erleichtert hat. Der Entwurf konnte somit dem Auftraggeber frühzeitig erfahrbar gemacht werden und die Kommunikation mit den Fachplaner vereinfacht werden.

Daten:
Auftraggeber: Awo pro:mensch gGmbH, Bezirksamt Marzahn- Hellersdorf
Leistungsphasen: 2-9
BGF: 2.700m²
Kitaplätze: 160
Fördermittel: U3/ Stadtumbau/KSSP
Kategorie: Kindertagesstätte, Kindergartenbau, Sanierung, Umbau
Fertigstellung: 2017